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Gestatten, Anton Hobel.

Vorwort.
Eine  erste Frage wird sich wohl der eine oder andere Leser gleich am Anfang  stellen.
Warum muss denn ein "ungelernter" Schreiber, ein Schreiner, der sich doch lieber mit
Holz beschäftigen sollte, eine solche Geschichte  schreiben?
Es gibt doch bereits eine Flut von Büchern, schlechte und  gute Werke , unterhaltsame aber
auch  schwere Kost.
Aber hier könnte man dann auch eine Gegenfrage stellen , warum sollte ein Schreiner
nicht seine Gedanken zu Papier bringen.
Ich erinnere mich einmal gelesen zu haben, dass es für den menschlichen Geist sehr
erholsam ist, wenn er sich aussprechen kann. Aber auch seine Gedanken zu Papier
zu bringen sollen sehr gesund sein, jedenfalls was das eigene Wohlsein angeht.
Es wird sich für einen Schreiner doch kein besseres Thema finden lassen, als eine
Geschichte über einen seiner Handwerkskollegen zu schreiben.
Die Geschichte spielt in der Vergangenheit. Nicht allzu weit zurück. Manche nennen
sie die "Gute alte Zeit".
Aber es ist ja hinreichend bekannt, dass man Vergangenes oft verklärt, da es auch
damals wie heute  für eines Handwerkers Dasein  ein täglicher Kampf ums überleben
war und immer noch ist...................
 
Wer in der Geschichte manche  Parallelen zur Gegenwart findet,  dem sei es vergönnt.
Wer nichts findet sollte auch nicht weiter suchen.  Und wer Rechtschreibfehler findet,  der könnte  mir ja liebenswürdigerweise eine Email   schreiben, ja ? Besten Dank.

Teil 1
" Es war einmal..............", so fangen ja auch die schönsten und bekanntesten Märchen an.
Aber so verkehrt  sind diese Worte auch nicht bei unserer Geschichte.
Es war also einmal ein Schreinermeister, der hieß Anton Hobel.
Er war in den besten Jahren, was das auch immer heißt. Er hatte eine  Frau und auch
drei Kinder.
Ein schmuckes Häuschen nannte er auch sein eigen.
Am Haus angebaut war die Werkstatt,  in der Herr Hobel seine Arbeiten anfertigte.
Tische, Stühle, Schränke und Türen. Also fast alles, was man von einem Schreiner
erwarten konnte.
Im machte die Arbeit Spaß.
Doch eines Tages , als Anton seine ganzen Aufträge erfüllt hatte, bemerkte er, dass
keiner der Einwohner der kleinen Stadt mehr etwas von ihm brauchte.
Ein Möbelhaus nach dem anderen lieferten nun die Einrichtungen für die Bewohner.
Nur bauten diese Sachen kein Schreiner mehr, sondern Fabriken.
Es gab alles dort, und dazu  viel billiger.

Als Schreiner Hobel eines Tages  einen seiner Freunde traf, schleppte dieser gerade
einen neuen Tisch in sein Haus.
Ganz verlegen grüßte er Anton.
" Oh, Anton, ehmm, ja, ich komm gleich wieder, warte bitte kurz auf mich.
" Hallo Jakob"
Kurz darauf kam sein Freund aus dem Haus. Ganz wohl schien ihm nicht dabei
zusein.
"Weißt du Anton, sprach er, den Tisch habe ich gekauft , weil , weil , weil er so schön
ist , und weil wir sofort einen neuen Tisch gebraucht haben, da der alte schon so
hässlich war.
Ich hätte ihn ja bestellt bei dir, aber wir konnten eben nicht warten. Das verstehst du
doch, oder ?
  Herr Hobel lächelte nur kurz und verabschiedete sich. " Ich muss wieder
zurück zur Werkstatt,
Machs  gut, Jakob.
"Du auch, Anton, und danke für dein Verständnis.

Welches Verständnis denn ?  fragte sich Anton insgeheim.
Wenn sogar meine eigenen Freunde nicht mehr bei mir etwas anfertigen lassen, dann
kann ich einpacken, dann kann ich auswandern.
Ja auswandern, aber wohin ?
Was würde da wohl meine Frau  sagen ?  Meine Kinder ?
Ob es sich denn in der Fremde besser auskommen lässt. Vielleicht es es dort noch
schlimmer".

So ging es Anton noch einige Wochen.
Er traf Freunde und alle hatten die selbe Ausrede wir Jakob  parat.
Es kamen keine Aufträge mehr  herein
Das Geld wurde  knapper.

Anton fand keinen richtigen Schlaf mehr.
Das Essen schmeckte nicht mehr.
Die Sorgen über seine Zukunft, die Zukunft seiner Familie bedrückten ihn sehr .

Als er eines Tages zusammen mit seinen Frau und den Kindern am Esstisch saß
nahm sich Anton ein Herz und sprach mit ihnen über die Situation in der sie sich
befänden.

Als er nun von seinen Absichten sprach, in ein anderes Land zu gehen, um zu sehen,
ob es dort nicht ein besseres Auskommen gäbe, weinte seine Frau leise vor sich hin.

"Wenn ich in einem anderen Land eine  Zukunft für uns sehe, dann komme ich zurück
und hole euch. aber so wie jetzt kann es nicht weiter gehen ".

Wann willst du losziehen? fragte seine Frau.
"Am besten schon morgen. Um so länger ich warte , um so härter wird der Abschied
von euch".

So machte sich Herr Anton Hobel bei  den ersten Sonnenstrahlen auf den Weg in eine
ungewisse Zukunft.
In welche Richtung er ziehen sollte, nicht einmal das wusste er.
"Nach Westen ziehe ich als erstes, alles weitere wird sich hoffentlich zeigen"

Er zog hinaus aus dem Stadttor.
Und nach einen Stunde sah er nur noch die Umrisse der Stadt im morgendlichen Dunst..............

Teil  2  in Kürze.